Unter Wissensbilanz versteht man das Wissen (die „Intelligenz“) eines Unternehmens. Dies langfristig-strategisch im Hinblick auf die Wertschöpfung und die Zukunftschancen. Eine Wissensbilanz sollte sich messen lassen können.
Eine sinnvolle Untergliederung dieser Wissensbilanz liefert der Arbeitskreis Wissensbilanz (AK–WB) des Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK). Demnach lässt sich die Unternehmensintelligenz dabei in Human-, Struktur- und Beziehungskapital gliedern und gilt als eine Ressource, die in den Wertschöpfungsprozess einfließt.
Humankapital umfasst demnach unter anderem die Kompetenzen, Fertigkeiten und Motivation der Mitarbeiter. Das Humankapital ist im Besitz der Mitarbeiter, die ihr Wissen mit nach Hause oder auch zum nächsten Arbeitgeber mitnehmen. Beziehungskapital stellt die Beziehung zu Kunden und Lieferanten sowie zu sonstigen Partnern und der Öffentlichkeit einer Organisation dar.
Strukturkapital umfasst all jene Strukturen und Prozesse, welche die Mitarbeiter benötigen, um in ihrer Gesamtheit produktiv und innovativ zu sein. Es besteht aus all jenen intelligenten Strukturen, welche bestehen bleiben, wenn die Mitarbeiter nach der Arbeit die Organisation verlassen.
„Die Wechselwirkungen zwischen Human-, Struktur- und Beziehungskapital, die Wissensprozesse, sowie das Zusammenwirken mit den Geschäftsprozessen führen zum Geschäftserfolg der Organisation. Unter Berücksichtigung des Geschäftsumfeldes, der Geschäftsstrategie sowie der angestrebten Entwicklung des intellektuellen Kapitals (Wissensstrategie) werden Maßnahmen abgeleitet, die auf eine Verbesserung beziehungsweise Optimierung des intellektuellen Kapitals zielen“, so der AK-WB.
Unternehmen, die sich mit dieser Methodik näher beschäftigen und ihre Wissensbilanz optimieren wollen, stellt der AK-WB kostenlos einen Leitfaden zur Verfügung. Unter fachlicher Leitung des IPK hat der Arbeitskreis Wissensbilanz in Zusammenarbeit mit der incowia GmbH außerdem die Microsoft Windows basierte Softwareanwendung „Wissensbilanz-Toolbox“ entwickelt. Die kostenlose Software unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen dabei, „das intellektuelle Kapital ihres Unternehmens selbstständig zu bewerten, um sich so Wettbewerbsvorteile in einer wissensbasierten Wirtschaft zu sichern.“
Wie wichtig und überaus relevant eine solche Bilanzierung ist, zeigt eine Untersuchung der Fachmesse Learntec. Demnach geht ansonsten rund 35 Prozent des Wissens verloren, wenn ein älterer Mitarbeiter das Unternehmen verlässt.
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