Erfolgsgarant Wissensmanagement – Teil II

In der Praxis sind die Effizienzgewinne durch professionelles  Wissensmanagement sofort spürbar. So etwa bei der Gemeindeprüfungsanstalt Baden-Württemberg. Naturgemäß müssen die sehr spezialisierten Mitarbeiter dort sehr intensiv juristische Fachliteratur wälzen. Und statt wie gewohnt Wissensberge aus Papier erklimmen zu müssen, nutzt die Organisation heute multimediale und webbasierte Lösungen. Diese Wissensmanagement-Tools setzt die Behörde mittlerweile bei der Personalsachbearbeitung, in der Finanzprüfungsabteilung, der Abteilung Organisationsberatung, der Programmprüfung sowie der Grundsatzabteilung ein. Fazit: Die elektronische Lösung ermöglicht eine schnellere und effizientere Suche als die zuvor verwendeten Loseblattwerke. Und auch dort nutzt man die semantische Suche, die im Ergebnis nicht nur sehr gute unmittelbare Treffer liefert, sondern darüber hinaus Treffer zu zugehörigen Themen – selbst bei Eingabe vergleichsweise unspezifischer Fragestellungen. Die Konsolidierung der papiernen Nachschlagewerke in einem zentralen Informationsportal, weniger Administration und effektivere Prozesse schlagen sich durchaus rechnerisch auf der Habenseite nieder: „Unsere Projektplanung hat ermittelt, dass durch den Einsatz elektronischer Medien Einsparungen in Höhe von mehreren tausend Euro jährlich möglich sein würden“, berichtet Andreas Bleile, der Beschaffungsverantwortliche der Gemeindeprüfungsanstalt.

Diese Positiveffekte durch Wissensmanagement lassen sich darüber hinaus auf weitere Unternehmensbereiche ausweiten: Doppelarbeiten werden vermieden, Deckungsbeiträge lassen sich steigern und in produzierenden Unternehmen sinkt die Ausschussquote durch Qualitätsverbesserung. Desgleichen können Firmen im Back-Office Prozesse digitalisieren, etwa die Lohn-, Reise- und Gehaltsabrechnung. Das Prinzip, das diesen Verbesserungen anhaftet, ist in der Regel stets dasselbe: Der oder die Mitarbeiter erhalten via Wissensmanagement mehr und bessere Informationen zu einem (oder mehreren), meist standardisierten, Arbeitsprozess(en). Heißt: Immer dann, wenn ein Prozess eben nicht in Gänze und immer wieder aufs Neue individuell zu behandeln ist, lohnt es sich, diesen im Wissensmanagement zu erfassen und gegebenenfalls auch weiter zu beschreiben. „Das Management von Wissen ist entscheidend für die wirtschaftliche Zukunft von Unternehmen. Sie müssen das Wissen ihrer Mitarbeiter, Kunden und Leistungspartner nutzen und miteinander verknüpfen, um Innovationen zu schaffen“, konstatiert etwa das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation. Dabei gilt diese Maxime für Unternehmen jeder Größe. Die südwestfälische Industrie- und Handelskammer Hagen stellte dazu fest, dass der Anteil des Produktionsfaktors Wissen an der Wertschöpfung des Unternehmens auf durchschnittlich 60 Prozent geschätzt wird – „mit steigender Tendenz.“ Grund genug, warum sich auch kleine und Kleinstunternehmen dringend mit dem Erfolgsgaranten Wissensmanagement beschäftigen sollten.

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